Neulich im Bad stand ich nach dem Aufstehen vor dem Spiegel und dachte mir so, ich kenn Dich zwar nicht, aber ich wasch Dich trotzdem…Anschließend stieg ich etwas irritiert in die Dusche, hatte ich doch von mir selbst ein ganz anderes Bild im Kopf, als das, was mir da aus dem Spiegel entgegen blickte. Früher hat es noch mehr Spaß gemacht, in den Spiegel zu schauen. Früher, hatte ich auch nach einer durchfeierten Nacht keine Augenringe und die unteren Lider waren straff da, wo sie hingehören. Früher, da fand ich mich sogar manchmal richtig toll, wenn ich mich stundenlang zurecht machte und aufbrezelte, für einen Mann natürlich, wie meistens im Leben einer Frau, wenn sie richtig gut aussehen will (das “hach, ich mach das alles nur für mich selbst”, das halte ich für einen großen Mumpitz. Man möchte im Auge des Betrachters einen guten Eindruck hinterlassen, und der Betrachter, das ist meist nun mal ein anderer, ich renn ja nicht ständig mit einem Spiegel in der Hand durch die Gegend…).
Aber zurück zu meiner Dusche: ich steige also nackt aus selbiger, trockne mich ab und kämme vor dem Spiegel meine Haare, die vor der Schwangerschaft eindeutig auch schon mal bessere Zeiten hatten. Als ich zum Schluß etwas Haargel in die ehemalige und nun stumpfe, schlaffe Locken”pracht” knete, sehe ich das wahre Grauen. Beim Wuscheln über meinen Oberkopf fällt mein Blick auf die Oberarme. In den Augenwinkeln habe ich etwas gesehen, was meiner Meinung nach nicht sein durfte. Aber ich konnte mich des Augenwinkeleindrucks nicht entziehen. Da schlackerte was! Als ich direkt hinsah, auf die Arme, war da erst nichts beunruhigendes zu bemerken. Und ich wuschelte weiter. Zack- wieder die Augenwinkeleindrücke! Ich wuschle weiter das Gel in meine Haare, hafte aber meinen Blick diesmal fest auf die Oberarme. Und tatsächlich, es schlackert…die Haut unten am Arm, sie SCHLACKERT! Bisher dachte ich, na gut, irgendwann nimmt die Elastizität deiner Haut ab, irgendwann wirst du ein Doppelkinn, einen Hängebauch, einen Hängebusen und fürchterlichste Zellulite haben. IRGENDWANN (so in 34 Jahren etwa) ! Gut, die Schwangerschaft hat diesbezüglich schon ihre Spuren hinterlassen. Ist nicht mehr alles so straff, wie es mal war. Aber ich war schon froh, dass sich keine Schwangerschaftsstreifen gebildet haben und der Bauch wieder einigermaßen flach wurde.
Und nun das!
Ich hab einmal ein Buch gelesen, in dem ein König, sobald er erste Anzeichen des Alterns zeigte, abgesetzt und getötet wurde von seinem Volk (PanAroma- kann ich nur jedem ans Herzen legen!). Der amtierende König, in dem es in der Geschichte ging, wurde aber durch eine List gerettet. Er war unter 40 und hatte graue Haare an sich entdeckt. Na, dankeschön. Graue Haare habe ich schon vor Jahren entdeckt! Deshalb hat dir Haarfärbeindustrie in mir auch schon seit Jahren einen treuen Abnehmer…aber welche Industrie kümmert sich um schlackernde Oberarme!? Schönheitschirurgie? Fitnessgurus? AlleFaltenWegUndWiederSuperStraffCremeIndustrie!??!
Früher, da mußte ich nichts tun und alles war gut….Ich mag nicht ins Fitness-Studio rennen, der Schönheitschirurg kostet zu viel Geld und die Cremes, die benutze ich schon seit Jahren, sieht man ja, mit welchen Erfolg. Hrmpf…da werde ich mich wohl oder übel damit abfinden müssen, nicht mehr ganz so knackig zu sein. Und mich schon mal langsam darauf vorbereiten, in Würde zu Altern (wie ich das hasse, diesen Spruch. Was ist schon würdevoll an schlackernden Oberarmen!? ).
Ich winke nicht mehr zum Abschied. Das werde ich in Zukunft vermeiden. Ich kann mir das Gefühl schlackernder Haut unter einem Shirt oder (im Sommer, ärmellos) schlackernde Haut, die am Rest des Körpers entlang klatscht, äußerst übel vorstellen. Jetzt weiß ich auch, wie es dazu kommt, dass Damen eines gewissen Alters immer so eine Königinnenmäßige Art zu winken haben….
In diesem Sinne: ein kurzes aber herzliches Kopfnicken in Eure Richtung!