Die Spezies, um die es heute geht, dürfte jedem bekannt sein aber dennoch ist sie eine merwürdigerweise noch nicht beschriebene, katalogisierte oder gelistete Spezies eines Säugetiers…Die Gattung dürfte klar sein und auch die Arten, es gibt nur wenige, sind überschauber. Und dennoch ist dieses kleine Wesen, wie gesagt, noch nirgends in einem Biologiebuch, Lexikon oder Medizineratlas aufzufinden.
Hier einmal eine Beschreibung der Physiognomie und spezifischer Eigenschaften:
***Meist sind diese Wesen klein. Nicht winzig, wie ein Floh, aber auch nicht so groß, wie ein Babyelefant. Eher, wie ein großer Hund, in etwa. In Zahlen ausgedrückt: so um die 80-100 cm.
*** Diese Wesen haben in der Regel den aufrechten Gang erlernt, tapsen häufig jedoch auf unsicheren Beinchen durch die Welt. In manchen Fällen ist der aufrechte Gang auch schon recht ausgebaut und sicher. Häufig kommt es dann gar zu einer hopsenden oder rennenden Fortbewegung, die recht lustig anzusehen ist, dennoch bei Begegnungen mit dem Bumerangwesen eher als unlustig, wenn nicht gar als lästig empfunden werden.
*** Das Bumerangwesen ist also klein, tapst durch die Gegend, manchmal hopst es auch oder rennt. Es mißt ca. 80-100cm in der Höhe und kann aufrecht gehen… Hinzu kommt jetzt jedoch noch ein sehr ausgeklügeltes, diffiziles Abwehrsystem, das das Bumerangwesen vor Übergriffen schützt. Da es in der Regel als lästig und nervenaufreibend erlebt wird, sobald es zu Tage tritt und somit in der Vergangheit und auch in der Gegenwart sicher immer wieder körperlichen oder verbalen Auseinandersetzungen ausgesetzt ist, hat sich die Natur etwas sehr Effizientes ausgedacht, um das Überleben dieses Wesens zu sichern: Das Bumerangwesen sieht in der Regel zum Anbeißen aus, hat oft eine duftende, weiche Pfirsichhaut, kleine, knuffige Händchen, ein zierliches Stupsnäschen und Augen, in die man sich beim ersten Blick verliebt. Hinzu kommen noch spezifische Details, die jedes Bumerangwesen einzigartig machen und deren Beschützer, Hüter oder Erzeuger in ihren Bann ziehen ( in unserem Fall: bezauberndes Lachen, verschmitzte Blicke, antennenartige Locken in blond, überzeugendes Vokabular uvm…)
*** Nun aber zu dem Kernpunkt der Wesensart des Bumerangwesens: wie der Name schon andeutet, hat das Bumerangwesen die (wirklich nicht ungewöhnliche) Eigenart, bevorzugt um die Abendstunden, bestimmte Wege immer und immer wieder zurückzulegen. Legt man es wieder zurück an den Platz, an dem man es über Nacht gerne aufbewahren würde, kommt es mit gnadenloser Energie immer und immer wieder zurück zu einem. Häufig bedient es sich dabei einer hüpfender Fortbewegung und eines satanischen Grinsens, manchmal auch einer schlürfenden, schleppenden Fortbewegung untermalt durch Tränen oder Jammern (bei emotionaler Belastung oder aber behindert durch einen Sack, in das man es zur Aufbewahrung gerne steckt).
***Dieses ImmerWiederKehren like eines Bumerangs ist das, was die dem Bumerangwesen nächst stehenden manchmal zur wahren Verzweiflung treibt. Dem Bumerangwesen bleibt diese Verzweiflung, manchmal Wut und tiefer Groll in der Regel verborgen. Es folgt stoisch seinem inneren Auftrag, den ihm aufgetragenen Platz immer und immer wieder verlassen zu müssen.
*** Zum Glück berichten Forscher weltweit, dass das Bumerangwesen mit weiterem Wachstum und mit ein wenig Glück und Strenge eine Metamorphose durchmachen kann, um dann als geistig reiferes Wesen den Bumerangeffekt abzulegen. Da wir hier uns aktuell noch nicht annähernd an irgendeiner metaphorischen Kreuzung befinden, kann ich als Verfasserin dieser Beschreibung zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen, ob das tatsächlich der Wahrheit entspricht oder jemals entsprechen wird.
*** Bleibt zu hoffen, dass unser Bumerangwesen irgendwann die Hummeln im Hintern verliert. In diesem Sinne, es ist jetzt 23.18h und ich bringe unser Bumerangwesen mal eben wieder zur Aufbewahungsstelle zurück…